Grüner Stadtrat geht für die FDP ins Rennen

Bericht von Thomas Slotwinski in der StZ vom 1. März 2024


Quo vadis Wohnungsmarkt?

Informationsaustausch zwischen Dr. Florian Toncar MdB, BFW-Landesverband und geladenen Gästen bei der Firma Wurtz in Leonberg

Philipp Wurtz begrüßte heute den parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesministerium der Finanzen, Herrn Dr. Florian Toncar MdB, den Geschäftsführer des BFW-Landesverbandes Herrn Gerald Lipka und zahlreiche geladene Gäste zur Firmenbesichtigung der Firma Wurtz bauen und wohnen GmbH und zum fachlichen Informationsaustausch in Leonberg.

Zur Begrüßung sagte Wurtz: „Die steigenden Baukosten und schnell gestiegenen Zinsen infolge des Ukraine-Krieges stellen den Wohnungsneubau aktuell vor große Herausforderungen. Viele unserer privaten Kunden können die aktuellen Preise nicht mehr finanzieren.“ Und Wurtz weiter: „Wir haben im Unternehmen auf diese Situation reagiert und neben dem Neubau auch Sanierungenvon Bestandsobjekten in unser Leistungsportfolio mit aufgenommen.“

Dr. Florian Toncar MdB, dankte für die Einladung und die gewonnenen Eindrücke bei seinem Besuch vor Ort: „Ich komme gerne in die Region. Der Austausch mit Akteuren vor Ort verschafft mir ein wichtiges Stimmungsbild über die Situation am Wohnungsmarkt. Ich werde viele Anregungen mit nach Berlin nehmen.“

In den fachlichen Austausch führte der Geschäftsführer des BFW Landesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Baden-Württemberg, Rechtsanwalt Gerald Lipka mit einem Impulsvortrag ein. Er untermauerte die Einschätzung von Wurtz: „Die Finanzierungskosten für einen Baukredit haben sich gegenüber dem Jahr 2021 für einen Immobilienkäufer verdoppelt. Wer 2021 für 500.000 € Darlehen noch monatlich 1250 € zahlte, muss heute monatlich rund 2500 € aufwenden.“ Lipka unterstrich in seinem Vortrag die Bedeutung der privaten Haushalte für den Wohnungsneubau und forderte für diese Zielgruppe dringend Unterstützung: „Für Familien könnte eine Absenkung der Grunderwerbsteuer eine Hilfe bei der Eigentumsbildung sein.“

Wurtz dankte den Teilnehmern für Ihr Interesse und schloss mit den Worten: „Wir sind gut aufgestellt. Mit einem breiten Leistungsangebot von Neubau, Architektenleistung und Bestandssanierung blicken wir trotz der aktuellen Herausforderungen optimistisch in die Zukunft!“


Ehrung für Klaus Wider: 40 Jahre FDP

Die Laudatio für die 40 jährige Mitgliedschaft von Klaus Wider hielt sein alter Jugendfreund Peter Köpf ist ein langjähriges Mitglied der FDP aus Böblingen, der mit Klaus wider in Leonberg aufgewachsen ist.

Er schilderte die bewegte gemeinsame Schul- und Jugendzeit und dass der Vater von Peter Köpf sie zur FDP bewegte. Klaus Wider ein selbst bezeichneter Paradiesvogel innerhalb der FDP hatte nie einen Gedanken daran verschwendet die FDP zu verlassen, sondern hinterfragte unentwegt alle politischen Situationen mit Sachverstand und lebendiger Kritik. In seinem Garten wurden legendäre FDP Feste gefeiert um er sorgte dabei für einen gesellschaftlichen Zusammenhalt. Klaus Wider verkörpert die Werte, für die die FDP steht: Freiheit, Eigenverantwortung, Selbstkritik, Toleranz und Engagement für das Gemeinwohl. Mit einem riesigen Applaus bedachten Dr. Florian Toncar MdB, Hans Dieter Scheerer MdL, EBM Josefa Schmid, Prof. Dieter Maurmaier Kreis-und Gemeinderat, viele Kandidaten für die kommenden Kommunalwahlen, zahlreiche Gästen und Freunde der FDP die langjährige Mitgliedschaft von Klaus Wider. Er erhielt eine Urkunde und die Medaille in Silber überreicht. Vom FDP Stadtverband gab es zusätzlich einen guten Tropfen.


Ehrung für Wolfgang Schmidt: 50 Jahre FDP

Am Mittwoch Abend hat der FDP Stadtverband Leonberg mit Dr. Florian Toncar MdB, Hans Dieter Scheerer MdL, EBM Josefa Schmid, Prof. Dieter Maurmaier Kreis-und Gemeinderat, vielen Kandidaten für die kommenden Kommunalwahlen, zahlreichen Gästen und Freunden der FDP, die außerordentliche Ehre gehabt, das beeindruckende Lebenswerk von Wolfgang Schmidt zu feiern –. Wolfgang Schmidt  ist nicht nur eine tragende Säule unserer Gemeinschaft, sondern auch ein leuchtendes Beispiel dafür, wie man mit Hingabe, Fachwissen und Engagement bedeutende Beiträge in sowohl beruflicher als auch politischer Hinsicht leisten kann. Dr. Florian Toncar würdigte in seiner Laudatio für Wolfgang Schmidt, der 1944 in Hamburg geboren wurde und schon früh ein tiefes Interesse und herausragende Fähigkeiten in der physikalischen Technik entwickelte, was seinen Weg als Diplom-Ingenieur für physikalische Technik vorzeichnete. Er hat in seiner Karriere nicht nur in Hamburg, Augsburg und Stuttgart gewirkt, sondern auch wesentliche Fortschritte in der Entwicklung von optischen Kabeln bei SEL, dem heutigen Alcatel, vorangetrieben. Wolfgang Schmidt war maßgeblich am Know-how-Transfer aus den USA und England beteiligt und hat den Aufbau einer Fertigung für Glasfaserkabel in Deutschland geleitet. Sein Wissen und seine Expertise trugen weltweit zur Vermarktung der Glasfaserkabel bei, nicht zuletzt durch die zahlreichen Fachvorträge und Schulungen, die er für Kunden abhielt.

Die Liebe zu unserem Land und das Verständnis für liberale Werte führten Wolfgang Schmidt, inspiriert von seiner Frau Ursula, 1974 zur FDP. Im Kreisverband Ludwigsburg, und später in Leonberg begann eine politische Reise, die bis heute anhält und von zahlreichen bedeutsamen Ämtern und Aktivitäten gekennzeichnet ist. Als langjähriges Kreisvorstandsmitglied, stellvertretender Vorsitzender und schließlich Vorsitzender des Ortsverbands Leonberg, hat Wolfgang Schmidt die liberale Sache in vielfältiger Weise unterstützt und geprägt.

Nicht zu vergessen sind Wolfgangs Einsatz als Schöffe am Landgericht Stuttgart und seine unermüdliche Arbeit in rund 40 Wahlkämpfen. Ob in der Organisation von Faschingsveranstaltungen, wo er als DJ agierte und der Politik ein menschliches, greifbares Gesicht gab, oder im Bau kreativer Umzugswagen für den Pferdemarkt – Wolfgang Schmidts Einfluss reicht weit über politische Mandate hinaus und berührt das Leben vieler Menschen direkt.

Wolfgang Schmidt steht exemplarisch für das Beste, was man erreichen kann, wenn man seinen Überzeugungen treu bleibt, kompromisslos für das Gemeinwohl einsteht und dabei nie vergisst, dass Politik auch die Herzen der Menschen erreichen muss. Er hat sich nicht nur beruflich, sondern auch in seinem politischen Wirken und in seinem persönlichen Einsatz für die Gemeinschaft unermessliche Verdienste erworben.

Es ist eine Ehre und Freude sein Wirken zu feiern. Wir möchten ihm unseren tiefsten Dank und unsere höchste Anerkennung aussprechen. Sein Lebensweg ist ein Leuchtturm der Hingabe und des Engagements, der uns alle inspiriert, in unseren Anstrengungen nicht nachzulassen und das Feuer des Liberalismus am Brennen zu halten.

Für die Zukunft wünschen wir ihm Gesundheit, Glück und weiterhin die Energie, die ihn all die Jahre angetrieben hat. Wolfgang Schmidt ist ein wahres Vorbild und wir sind stolz, ihn in unserer Mitte zu wissen.


Ehrung für Kurt Kindermann: 25 Jahre FDP

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des FDP Stadtverbands Leonberg wurden auch einige Ehrungen langjähriger Mitglieder durchgeführt. Hierbei wurde eine besondere Persönlichkeit gewürdigt, der nicht nur ein Vierteljahrhundert seines Lebens den Grundsätzen der Freiheit und der liberalen Politik gewidmet hat, sondern auch in dritter Generation das Banner des Liberalismus hochhält - Kurt P. Kindermann.

Seit seinem Eintritt in die Freie Demokratische Partei im März 1999 hat Kurt Kindermann nicht nur durch sein unermüdliches Engagement und seine Treue zur liberalen Sache beeindruckt, sondern auch durch seine aktive Rolle in der politischen Landschaft seines Heimatortes und darüber hinaus. Seine Mitwirkung als Gründungsmitglied des Stadtverbands Wildberg im selben Jahr kennzeichnete den Beginn einer umfassenden politischen Laufbahn, die durch Hingabe, Weitsicht und unerschütterlichen Einsatz für die Prinzipien der Freiheit geprägt ist.

In seiner Funktion als Stadtrat in Wildberg hat Kurt eindrucksvoll bewiesen, dass liberale Politik auf kommunaler Ebene eine entscheidende Rolle spielt. Seine Mitwirkung als Ersatzkandidat bei den Landtagswahlen für Beate Fauser und sein Engagement im Landesfachausschuss Innen und Recht sind weitere Beweise für Kurt Kindermanns leidenschaftlichen Einsatz für die liberale Sache.

Mit dem Umzug nach Leonberg 2016 und seinem Wechsel in den dortigen FDP-Stadtverband fügte Kurt Kindermann ein neues Kapitel seiner politischen Karriere hinzu, in dem er sogleich als Vorstandsmitglied wichtige Impulse setzte. Seine Wahl zum Stadtrat in Leonberg im Jahr 2019 war ein weiteres Zeugnis seiner Arbeit und seines Einsatzes für die Bürgerinnen und Bürger. Als Bernd Schönwald Leonberg verließ, war es Kurt Kindermann, der als erster Vorsitzender des Stadtverbands die Führung übernahm und damit einmal mehr seine Führungsqualitäten und sein Engagement für den Liberalismus unter Beweis stellte. In seiner Laudatio beschrieb Dr. Florian Toncar Kurt Kindermann als einen Liberalen durch und durch. Seine Karriere und sein Leben reflektieren die tiefen Überzeugungen, die er vertritt - Freiheit, Verantwortung, und das unerschütterliche Bestreben, die Gesellschaft im Sinne dieser Werte zu gestalten. Sein Weg ist ein Beispiel für uns alle, ein Beweis dafür, dass Engagement und Überzeugung tatsächlich einen Unterschied machen können.

Sein Beitrag zur politischen Landschaft und sein Streben nach einer besseren, freieren Welt sind eine Inspiration für alle.

Dr. Florian Toncar dankte dem Jubilar, für deine Hingabe, seine Leidenschaft und seine Arbeit zur Förderung liberaler Werte.


Ehrung für Harald Lutz: 25 Jahre FDP

Der FDP Stadtverband Leonberg traf sich im historischen Kurfisskeller in Höfingen um eine Person zu ehren, deren Engagement, Hingabe und Leidenschaft nicht nur in seinem beruflichen, sondern auch im politischen Wirken einen unverkennbaren Stempel hinterlassen hat - Harald Lutz.

Geboren 1953, hat sich Harald Lutz nicht nur als erfolgreicher Taxiunternehmer einen Namen gemacht, sondern auch als eine Säule der liberalen Politik in unserer Gemeinde. Sein Beitritt zur FDP 1999 markierte den Beginn eines neuen Kapitels in seinem Leben, eines Kapitels, das von unaufhörlichem Engagement für die Werte der Freiheit und der Verantwortung gezeichnet ist.

Harald Lutz seine Leidenschaft für Mobilität und Verkehrspolitik fand schnell Ausdruck in seiner Mitgliedschaft im Landesfachausschuss Verkehr und als Gastmitglied im Bundesfachausschuss Verkehr. Hier hat er mit seiner Expertise und visionären Denkweise maßgeblich dazu beigetragen, die verkehrspolitische Agenda der Partei zu gestalten und voranzutreiben. Sein Wissen, gewonnen aus jahrelanger harter Arbeit und Erfahrung im Bereich des Taxigewerbes, ermöglichte es ihm, praxisnahe und innovative Lösungen für komplexe verkehrspolitische Herausforderungen zu entwickeln.

Im FDP-Stadtverband Leonberg nahm Harald Lutz eine Schlüsselrolle ein. Als stellvertretender Vorsitzender und Beisitzer verstand er es nicht nur, die Partei in schwierigen Zeiten zu führen, etwa während der Erkrankung des 1. Vorsitzenden, sondern auch, als treibende Kraft für liberal-demokratische Ideale in unserem Gemeinwesen zu wirken. Sein unerschütterliches Engagement und seine Fähigkeit, sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten Führung und Beständigkeit zu zeigen, haben ihn zu einem geschätzten Mitglied und einer Inspiration für seine Parteikollegen gemacht.

Harald Lutz verkörpert die Werte, für die die FDP steht: Freiheit, Eigenverantwortung, Toleranz und Engagement für das Gemeinwohl. Sein unermüdlicher Einsatz für die Belange der Bürgerinnen und Bürger, sei es im Bereich Mobilität, im täglichen Betrieb seines Taxiunternehmens oder in seinen politischen Ämtern, zeigt, dass er sich der Bedeutung von Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft zutiefst bewusst ist.

Dr. Florian Toncar dankte in seiner Laudatio Harald Lutz für sein langjähriges Engagement, seine unerschütterliche Leidenschaft und den unermüdlichen Einsatz für die liberale Sache. Seine Beiträge haben nicht nur die lokale Politiklandschaft bereichert, sondern auch den Weg für eine bessere, liberalere und gerechtere Gesellschaft geebnet. Sein Leben und Wirken mögen allen als Inspiration dienen, mit Hingabe und Entschlossenheit zu arbeiten und zu leben.


Bericht: Josefa Schmid drängt zurück

Stuttgarter Zeitung (Leonberg) vom 24. Januar 2024

Die Erste Bürgermeisterin von Leonberg klagt gegen ihren Zwangsurlaub und kandidiert auf der FDP-Liste für den Kreistag. Auch Ursula Kreutel bereitet ein Comeback vor. Die Liberalen geben sich kämpferisch.

Und plötzlich ist sie wieder da: Josefa Schmid, die Erste Bürgermeisterin von Leonberg, die von ihrem Chef in den Zwangsurlaub geschickt wurde, kandidiert bei der Kommunalwahl am 9. Juni hinter Dieter Maurmaier auf Platz 2 der Kreistagsliste der Leonberger FDP.

Die resolute Bayerin ist nicht die einzige interessante Bewerberin, die Liberalen ziehen auch mit einer Freien Wählerin in den Wahlkampf. Denn auch Ursula Kreutel plant ein politisches Comeback: Die frühere Bürgermeisterin von Weissach, die mittlerweile wieder im Leonberger Stadtteil Höfingen lebt, tritt gleich für drei Gremien an: Für den Kreistag ist sie auf Listenplatz 3, für den Leonberger Gemeinderat hinter Horst Nebenführ auf Platz 2. Auf der FDP-Liste für den Ortschaftsrat Höfingen steht die einstige Ortsvorsteherin des Stadtteils auf dem ersten Platz. 

Josefa Schmid, der fast auf den Tag genau vor einem halben Jahr von Oberbürgermeister Martin Georg Cohn (SPD) „die Führung der Dienstgeschäfte untersagt" wurde, will mit ihrer Bewerbung ein,,klares politisches Zeichen" setzen: „Mein Platz ist in Leonberg, hierhin werde ich nun rechtzeitig vor der Kommunalwahl auch meinen ersten Wohnsitz verlegen", sagt die liberale Politikerin, die seit dem 23. Juni des vergangenen Jahres bei vollen Bezügen mit einem Zwangsurlaub belegt wurde. An ihrem Schreibtisch im Leonberger Rathaus will Josefa Schmid baldmöglichst wieder Platz nehmen. Wann die Überprüfung der Vorwürfe des Oberbürgermeisters gegen seine Stellvertreterin abgeschlossen ist, hüllt sich das Regierungspräsidium als Aufsichtsbehörde in Schweigen.

Josefa Schmid gibt sich derweil kämpferisch: „Ich möchte mich für das Wohl der Stadt Leonberg und des Kreises Böblingen einsetzen. Ich bin bis Mai 2029 als Erste Bürgermeisterin gewählt, da macht es Sinn, in der kommenden Legislaturperiode die Interessen der Stadt im Kreistag zu vertreten." Deshalb will es Schmid nicht bei der Kreistagskandidatur belassen, sondern strebt weiterhin eine schnelle Rückkehr ins Leonberger Rathaus an. Gegen ihre Zwangsbeurlaubung hat sie Klage beim Verwaltungsgericht Stuttgart eingelegt. Es wird jetzt rechtlich überprüft, ob das Dienstverbot des Oberbürgermeisters rechtswidrig ist", sagt Schmid auf Anfrage. „Ich gehe davon aus, dass das der Fall ist, insbesondere weil die zwei Vorwürfe wegen einer Stadt- werkerechnung und eines Reisekostenantrags ins Leere gehen und das Dienstverbot des Oberbürgermeisters aus einer persönlichen Fehde heraus motiviert ist."

Sollte die Erste Bürgermeisterin, die eigentlich die Dezernate Finanzen, Ordnung und Soziales sowie die Stadtwerke leitet, vor Gericht erfolgreich sein, will sie, sobald der Richterspruch rechtskräftig ist, sofort ihre Dienstgeschäfte wieder aufnehmen. Die FDP-Politikerin erwartet, dass dies noch in diesem Halbjahr der Fall sein könnte. 

Ähnlich kämpferisch gibt sich die Leonberger FDP. „Wir haben die Lage im Vorstand ausführlich diskutiert", sagt der Stadtverbandsvorsitzende Kurt Kindermann. „Frau Schmid hat diese missliche Situation nicht heraufbeschworen, sie ist in das Ganze hineinmanövriert worden." 

Dass der Ersten Bürgermeisterin „schwerwiegende Dienstvergehen" angelastet werden können, so wie es der OB behauptet, wird vom FDP-Chef angezweifelt. „Wir haben bei unseren eigenen Nachforschungen nichts in dieser Richtung feststellen können", sagt Kindermann. „Wer weiß, wie das Ganze ausgeht." Daher sei die Aufstellung Josefa Schmids ein „politisches Statement." 

Ähnliches gelte für die Nominierung von Ursula Kreutel: „Beide Frauen sind nach unserer Auffassung ungerechtfertigt in sehr bedauerliche Situationen geraten", meint der Leonberger FDP-Chef. „Wir stehen zu ihnen und möchten ihre langen Erfahrungen im Sinne der Bürger nutzen." Vor knapp zehn Jahren verlor Ursula Kreutel die Bürgermeisterwahl gegen den Herausforderer Daniel Töpfer von der CDU. Der legte seiner Vorgängerin zur Last, dass in Weissach über eine lange Zeit keine Jahresrechnung gemacht wurde. Um die Buchhaltung aufzuarbeiten, heuerte Töpfer den früheren Stadtkämmerer von Fellbach an, der für seine fast vier Jahre währende Honorartätigkeit der Gemeinde beinahe 215 000 Euro in Rechnung gestellt hatte. Außerdem hatte Töpfer einige Wirtschaftsberater beauftragt.

Im Juli 2020 urteilte das Verwaltungsgericht, dass die frühere Bürgermeisterin die kompletten Honorarkosten - inklusive der Gutachter-Honorare- von 223 000 Euro bezahlen müsse. Kreutel war dagegen juristisch vorgegangen, eine finale Einigung steht nach wie vor aus. Der jetzige Bürgermeister Jens Milow und der Weissacher Gemeinderat sind offenbar daran interessiert, die Angelegenheit, die überregional Aufsehen erregt hatte, geräuschlos beizulegen. 

Dass Ursula Kreutel kein FDP-Parteibuch hat, ist laut Kurt Kindermann unerheblich: Um auf unserer Liste zu kandidieren, muss man nicht zwangsläufig Mitglied sein. Dass sie für liberale Werte steht, ist offenkundig."

Die nimmt die 58-Jährige auch für sich in Anspruch: „Ich fühle mich bei den Liberalen sehr wohl", sagt sie und sieht darin keinen Widerspruch zu ihrer langen Mitgliedschaft bei den Freien Wählern. Diese hatten bereits im November ihre Liste für die Kommunal- wahl aufgestellt; ohne Kreutel, dafür aber mit ihrer Tochter und dem Schwiegersohn. „Die FDP war auf mich zugekommen", sagt sie und verweist auf ihre 15-jährige Er- fahrung im Kreistag: „Ich stehe auf keiner Liste nur zur Dekoration." Dass ändere nichts an ihrer Zugehörigkeit zu den Freien Wählern in Leonberg. Das sieht auch deren Chef so. „Für uns ist die Kandidatur kein Problem", sagt Stephan Schwarz. „Sie hat mich informiert, es spricht nichts dagegen."

Kommentar: Ein liberaler Coup

Mit der Aufstellung von Schmid und Kreutel macht die FDP die Wahl spannend 

Mit der Nominierung von Josefa Schmid als Kreistagskandidatin ist der Leonberger FDP ein Coup gelungen. Egal, wie man die von OB Cohn kaltgestellte Bürgermeisterin beurteilen mag: Sie ist bekannt und zeigt sich kämpferisch. Die FDP kann sich als Kraft profilieren, die sich dem Anti-Schmid-Kurs des Oberbürgermeisters demonstrativ entgegenstellt. 

Ähnlich verhält es sich mit dem Aufstellen von Ursula Kreutel: Dass die frühere Bürgermeisterin von Weissach für Mängel in der dortigen Verwaltung von ihrem Nachfolger Daniel Töpfer allein verantwortlich gemacht wurde, hatte seinerzeit bei vielen Menschen Kopfschütteln hervorgerufen. Hatte doch der forsche Verwaltungschef für die Aufarbeitung der Versäumnisse die unglaubliche Honorarsumme von 223 000 Euro ausgegeben. Das entspricht zwei hohen Jahresgehältern. Auch die im Zuge der Greensill-Pleite in den Sand gesetzten 16 Millionen Euro waren gewiss kein Ruhmesblatt, wenngleich ein Gutachter vor zwei Jahren Töpfer sozusagen reingewaschen hatte. Das aktuelle Zerwürfnis im Leonberger Rathaus und die zum Glück der Vergangenheit angehörende Eisblock-Politik in Weissach zeigen, wie sehr die kommunale Arbeit, die pragmatisch und ideologiefrei den Menschen dienen sollte, mitunter längst von berechnender Machtpolitik mit allen Begleiterscheinungen eingeholt worden ist. Der anstehende Wahlkampf dürfte die Fronten weiter verhärten, birgt aber auch die Chancen einer Klärung und folgenden Stabilisierung.

Kommentar und Bericht von Thomas K. Slotwinski


Liberaler Treff: Wärmepumpen sind Renner auf dem Heizungsmarkt

Bericht aus der Leonberger Kreiszeitung vom 8. Juli 2023 (Autorin: Brunhilde Arnold)

Die Leonberger FDP nimmt die Wärmewende in den Blickpunkt. Fachmann Oliver Nick erklärt die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der Technik.

Bei Oliver Nick herrscht Hochbetrieb, und das seit geraumer Zeit. Spätestens mit dem steigenden Gaspreis stieg auch die Nachfrage nach Alternativen zum Heizen nochmal kräftig. Der Ingenieur für Heizung-, Kälte- und Klimatechnik sowie für Elektrotechnik hat sich in seinem Leonberger Betrieb auf Wärmepumpen spezialisiert. Mit 15 Mitarbeitern montiert er jährlich dutzende Wärmepumpen in der Region, in neuen Gebäuden genauso wie im Bestand.

Wer jetzt meint, rasch seine alte Ölheizung gegen eine Luftwärmepumpe austauschen zu können, den muss der Fachmann enttäuschen, denn sein Terminkalender ist voll. "Wenn Sie mich heute für einen Vor-Ort-Termin anrufen, kann ich frühestens im Januar kommen", sagt er den mehr als 30 Zuhörerinnen und Zuhörern, die zur Info-Veranstaltung des FDP-Stadtverbands an den Marktplatz in Leonberg gekommen sind.

Für die Lieferung und Montage einer Wärmepumpe müssten Kunden derzeit mindestens ein Jahr warten, dämpft er die Hoffnung auf die rasche Umsetzung eines solchen Projekts. Dennoch setzt Oliver Nick mit seinem Fachbetrieb schon seit vielen Jahren auf das Thema Wärmepumpe. Die FDP hatte den Fachmann eingeladen, um bei ihrer Veranstaltung unter dem Motto "Wärmewende - was kommt da auf uns zu?" über Alternativen zu Öl und Gas bei der Wärmeerzeugung zu sprechen. Horst Nebenführ vom Vorstand der Leonberger FDP, der in der kommenden Woche für den ausscheidenden Kurt Kindermann in den Leonberger Gemeinderat nachrücken soll, erläuterte den Diskussionsstand beim geplanten Gebäudeenergiegesetz der Bundesregierung, der auch die FDP angehört.

Der Hintergrund sei der zu hohe Verbrauch fossiler Energie im Gebäudebereich, wenn dieser auch geringer sei als vor 30 Jahren, so der Physiker, der im IT-Bereich tätig ist. Für Heizung und Warmwasser werde immer noch überwiegend Gas und Öl als Energiequelle eingesetzt. Dies zu ändern sei die aktuelle Herausforderung.

Das geplante und aktuell vom Verfassungsgericht gestoppte Gebäudeenergiegesetz GEG sieht vor, dass neue Heizungen mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen müssen. Für einen entsprechenden Heizungstausch in Bestandsgebäuden soll es Förderungen von bis zu 70 Prozent der Kosten bis 30.000 Euro geben, erläuterte Nebenführ. Weitere Förderprogramme stünden zur Verfügung.

Auch für eine vorzeitige Umstellung der Heizung soll es eine Förderung von 20 Prozent geben. Diese würde aber nicht mehr greifen, wenn etwa die Stadt Leonberg bis Jahresende ihre kommunale Wärmeplanung fertiggestellt haben sollte, erklärte Horst Nebenführ. Denn dann würden die Vorgaben des GEG gelten.

Das im Februar verabschiedete Klimaschutzgesetz des Landes verpflichtet Kommunen mit mehr als 20.000 Einwohnern, bis zum 31. Dezember 2023 einen kommunalen Wärmeplan als Bestandteil der kommunalen Wärmeplanung zu erstellen. Die Stadt Leonberg arbeitet gerade daran.

Mit Blick auf die Luftwärmepumpen sagte Horst Nebenführ, dass diese bei Kälte einen hohen Stromverbrauch hätten und fragte, ob das die Stromnetze leisten könnten. Heute würden 40 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt, der Rest aus Kohle und Erdgas. Er nannte auch Alternative wie etwa Wasserstoff-Heizungen. Dass Fernwärmenetze in großem Stil gebaut werden, hält er wegen der hohen Investitionskosten für unwahrscheinlich.

Oliver Nick erläuterte im Detail die Funktionsweise und die Anwendungsgebiete von Luftwärmepumpen, die auch in Mehrfamilienhäusern und auch bei großer Kälte funktionierten, dann allerdings mit einem höheren Stromverbrauch. Er kombiniere auch schon längere Zeit Wärmepumpen mit Photovoltaik-Anlagen. Die Zuhörer hatten noch viele Fragen an ihn, etwa nach der Lärmentwicklung der Geräte oder nach Erdwärmepumpen.


Ausbau der Gäubahn ist wichtiger Wirtschaftsfaktor

Ausbau der Gäubahn ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor

Ende Mai haben sich mehrere Wirtschaftsverbände aus Deutschland und der Schweiz sowie die IHKs aus den Anrainerregionen der Gäubahn mit der FDP-Landtagsfraktion in Stuttgart getroffen um die Zukunft dieser wichtigen Magistrale zwischen Genua und Rotterdam zu diskutieren. Dabei wurde besonders eines deutlich: Neben dem Personenverkehr ist die Gäubahn auch ein entscheidender Faktor für den Waren- und Güterverkehr und damit die wirtschaftliche Anbindung des Südens Baden-Württembergs an den Bahnknoten Stuttgart.

Der Sprecher für den ÖPNV und den Schienenverkehr der FDP-Fraktion, Hans Dieter Scheerer, sieht in der Gäubahn außerdem einen wichtigen Faktor im Kampf gegen die fortschreitende Deindustrialisierung Baden-Württembergs und plädiert weiter für eine Anbindung über Renningen. „Es ist bedenklich, dass der Güterverkehr in den bisherigen Planungen um die Gäubahn kaum beachtet wurde, obwohl er für die Wirtschaft im Land doch so relevant ist. Vor allem die Strecke zwischen Zürich und Stuttgart wird hier entgegen ihrer wirklichen Bedeutung oft heruntergespielt. Das grüne Verkehrsministerium muss sich deshalb die Frage gefallen lassen, warum es die Bedeutung der Gäubahn für die Wirtschaft nicht erkennt, obwohl sonst die Rufe der Verlagerung des Güterverkehrs weg von der Straße hin auf die Schiene doch immer so laut sind. Unser Treffen mit Wirtschaftsverbänden und IHKs sollte die wirtschaftliche Bedeutung der Gäubahn zusätzlich nochmals herausstellen und an alle Entscheider bei der Umsetzung und Planung der Zuglinie kommunizieren“, resümiert Scheerer.

Laut Aussage der beteiligten Wirtschaftsverbände verläuft der Ausbau der Gäubahn auf deutscher Seite planlos mit großen Zuständigkeitsproblemen und fehlenden Ansprechpartnern. Sowohl für Unternehmen als auch Investoren entstehe dadurch eine große Planungsuntersicherheit. „Die Gäubahn muss daher endlich ausgebaut und so schnell wie möglich an den Bahnknoten Stuttgart angebunden werden. Wir haben schon zu viel Zeit verloren und neben dem Personenverkehr, die Wirtschaft vergessen. Diese braucht ganz klar Planungssicherheit und eine bessere und transparentere Kommunikation. Nicht zuletzt befeuert die Gäubahn sich dann selbst, wenn durch einen besseren Personenverkehr die Attraktivität der angrenzenden Unternehmen für Fachkräfte steigt“, erklärt Scheerer weiter. Für die Anbindung der Gäubahn während der Unterbrechung durch die Bauarbeiten für den Pfaffensteigtunnel plädiert Scheerer währenddessen weiter für eine Streckenführung über Renningen: „Die Idee der Bahn eines „Endbahnhofs“ in Vaihingen kann wohl kaum eine Lösung für zehn Jahre sein.

Die weiteren Alternativen eines Nordhalts, der selbst noch gar nicht gebaut ist, oder einer Führung über Tübingen, die dann aber den Landkreis Böblingen abhängt, sind auch nicht zielführend. Die Deindustrialisierung Baden-Württembergs schreitet parallel weiter voran und ich habe die ernste Sorge, dass eine fehlende bzw. unzureichende Infrastruktur neben einer kurzsichtigen und strategielosen Wirtschaftspolitik nur ein weiterer Sargnagel für unseren Wohlstand in Baden-Württemberg ist. Es gilt deshalb, zentrale Projekte wie die Gäubahn endlich voranzubringen und den vielen Worten auch Taten folgen zu lassen.“


Bericht aus dem Gemeinderat: Stadt im Wandel

Leonberg bewegt sich. Viele werden sich fragen, wohin die Reise in die Zukunft der Stadt geht. Es sind unzählige Faktoren, viele Wünsche, unterschiedliche Anschauungen, offene Fragen, Unsicherheiten und Befürchtungen und jeder Bürger hat seinen eigenen individuellen Standpunkt, Bedürfnisse und Wunschvorstellungen. Im Blick sollten wir ganzheitlich das Gemeinwohl behalten. Es wird alles auf einen
Kompromiss auslaufen, der im Großen und Ganzen eine Stärkung der Lebensqualität, der Befriedigung notwendiger Bedürfnisse und dem Wohl der Stadt dienlich ist. Mobilität in Städten ist ein wichtiger Aspekt der städtischen Infrastruktur, der von vielen Faktoren beeinflusst wird. Darunter neben dem ÖPNV und individuellen Straßenverkehr auch der Radverkehr, der Fußgängerverkehr alles unter der Berücksichtigung der demographischen Entwicklung der Stadtbevölkerung.

Eine gut geplante und effektive Infrastruktur für den Rad- und Fußgängerverkehr kann dazu beitragen, die Abhängigkeit vom Auto zu verringern und die Lebensqualität zu verbessern. Einkaufsmöglichkeiten sind und bleiben ein wichtiger Faktor, der dazu beitragen wird, dass Menschen weniger auf das Auto angewiesen sind, insbesondere wenn sie in der Nähe ihrer Wohnungen sind oder mit kurzen, schnellen, günstigen und zuverlässigen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Eine hohe Lebensqualität geht auch mit einer finanziellen Stabilität des Gemeinwesens einher, da eine gute Infrastruktur und ein lebendiges Geschäftsumfeld dazu beitragen, Investitionen und Wachstum anzuziehen. Diese genannten Aspekte sind wichtige Faktoren für die Entwicklung und Verbesserung des städtischen Lebens. Einige mögliche Überlegungen zu jeder dieser Themen sind die Förderung und Entwicklung des innerstädtischen Handels. Der innerstädtische Handel ist ein bedeutender Bestandteil der städtischen Wirtschaft.

Um die Attraktivität des innerstädtischen Handels zu erhöhen, müssen verschiedene Maßnahmen ergriffen werden. Dazu gehört beispielsweise die Schaffung von Fußgängerzonen und Fahrradwegen, um den Verkehr zu beruhigen und das Einkaufserlebnis angenehmer zu gestalten. Auch die Schaffung von öffentlich zugänglichen Parkplätzen und eine verbesserte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr tragen dazu bei, die Erreichbarkeit des innerstädtischen Handels zu verbessern. Die Schaffung von guter Aufenthaltsqualität in der Stadt, die die Attraktivität erhöhen und die Lebensqualität verbessern sind gravierende Bausteine. Insbesondere Grünflächen, Brunnen und Wasserspiele, die als Orte der Entspannung und Erholung dienen gehören dazu. Notwendig sind Sitzgelegenheiten, Spielplätze, Ruhezonen und Fahrradparkplätze.

Die Bürger in Leonberg benötigen für eine hohe Lebensqualität unbedingt die Grundversorgung mit Fachärzten und medizinischen Einrichtungen. Eine gute Gesundheitsversorgung ist nicht nur ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität in der Stadt, sondern für die Daseinsfürsorge. Eine Grundversorgung mit Fachärzten und medizinischen Einrichtungen trägt dazu bei, die Gesundheitsversorgung zu verbessern und die Fallzahlen von Notaufnahmen in Krankenhäusern zu reduzieren. Auch die Aufrechterhaltung von Apotheken und Gesundheitszentren sind Bestandteile, die Gesundheitsversorgung in der Stadt zu verbessern. Die Diskussion um den Bestand des Krankenhauses ist bereits in aller Munde. Das Krankenhaus ist eine wichtige Einrichtung der städtischen Infrastruktur. Ein Krankenhaus bietet eine breite Palette von medizinischen Dienstleistungen und trägt dazu bei, dass die Einwohner der Stadt eine gute medizinische Versorgung erhalten.

Eine erfolgreiche Stadtentwicklung trägt dazu bei, das Bruttosozialprodukt und die städtischen Finanzen zu steigern. Dazu werden beispielsweise Investitionen in die Infrastruktur und die
Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen. Leonberg ist aufgrund seiner geographischen Lage im „Bermudadreieck“ Böblingen - Stuttgart - Ludwigsburg direkt an der Autobahn mit Zug- und S- Bahnanbindung sowie gut getakteten ÖPNV ein Anreizen für Unternehmen sich in der Stadt anzusiedeln. Neue Gewerbe tragen dazu bei, die Wirtschaftsleistung und die Finanzen der Stadt zu stärken. Mit einzelnen Maßnahmen werden bereits heute neue Energieformen genutzt. Es ist eine großartige Überlegung, alternative Energien auf kommunaler Ebene zu nutzen und auf eine annähernd autarke Energiestadt hinzuarbeiten. Durch die Nutzung von erneuerbaren Energien, insbesondere Solarenergie, vielleicht auch Windenergie auf der Gemarkung und die Prüfung von Möglichkeiten der Geothermie kann nicht nur den CO2-Ausstoß der Stadt reduziert werden, sondern auch langfristig dem Gemeinwesen Geld sparen. Es ist besonders vordringlich, die kommunalen Gebäude energetisch aufzubereiten, um nicht nur die Klimaneutralität in der Stadt zu erreichen, sondern auch den enormen Verbrauch an Energie zu reduzieren. Dies muss durch die Installation von energieeffizienten Geräten, die Verbesserung der Isolierung und die Nutzung erneuerbarer Energien erreicht werden. Ein weiterer bedeutender Aspekt in Leonberg ist Wohnraum. Wohnraum ist begrenzt. Bezahlbarer Wohnraum wird immer rarer.

Sozialer Wohnungsbau ist ein wichtiger Gesichtspunkt, da er dazu beiträgt, Wohnraum für einkommensschwache Familien zu schaffen und gleichzeitig die Nachhaltigkeit der Stadt zu fördern. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die Gebäude energetisch effizient sind und dass die Bewohner Zugang zu umweltfreundlichen Transportmöglichkeiten haben. Innenstadtverdichtung muss konsequent verfolgt werden, denn dies trägt dazu bei, die Nachhaltigkeit der Stadt zu fördern, indem sie den öffentlichen Verkehr und den Zugang zu Arbeitsplätzen und Dienstleistungen erleichtert. Es ist wichtig, dass bei der Verdichtung der Stadt auch darauf geachtet wird, dass genügend Grünflächen erhalten bleiben und dass die Lebensqualität der Bewohner nicht beeinträchtigt wird. Insgesamt kann die Kombination aus der Nutzung erneuerbarer Energien, der energetischen Aufbereitung von Gebäuden, sozialem Wohnungsbau und Innenstadtverdichtung dazu beitragen, eine nachhaltige und klimaneutrale Stadt zu schaffen, in der die Bedürfnisse der Bewohner im Einklang mit den ökologischen Anforderungen stehen. Leonberg bewegt sich.

FDP-Fraktion
Kurt Kindermann


Flammendes Plädoyer für kleinere Kliniken

Bericht der Stuttgarter Zeitung (Ortsteil Leonberg) vom Liberalen Treff am 22. März 2023:

Der Mensch steht im Mittelpunkt der Medizin. So sollte es eigentlich sein. Doch längst liegt im Begriff Gesundheitspolitik die Betonung auf Politik, sprich auf dem Geld. Für Barbara John eine ungute Entwicklung. DieChefärztin der Inneren Klinik am Krankenhaus Leonberg befürchtet, dass angesichts immer neuer Reformen im Gesundheitswesen die wohnortnahe Patientenversorgung auf der Strecke bleibt – weil es irgendwann nur noch einige wenige Großkliniken gibt, aber kaum noch kleine Häuser.

Beim „Liberalen Treff“ der Leonberger FDP redet die renommierte Darmspezialistin Klartext. Der Stadtverbandsvorsitzende Kurt Kindermann und der Fraktionschef in Gemeinderat und Kreistag Dieter Maurmaier haben John eingeladen, um mit ihr über die möglichen Konsequenzen aus einer bundesweiten Krankenhausreform zu sprechen, und natürlich auch über die Lage im Klinikverbund Südwest, besonders jene im Krankenhaus Leonberg.

Dort, daran lässt die Chefärztin keinen Zweifel, wird sehr guteArbeit geleistet. Mehr als 11 000 Patienten werden in Leonberg pro Jahr stationär behandelt, 33 000 Menschen sind in ambulanter Betreuung, und 27 000 Patienten werden jährlich in der Notaufnahme eingeliefert. Rund 500 Menschen arbeiten im hiesigen Klinikum. „Damit leistet unser Krankenhaus einen großen Anteil bei der Versorgung in der Region“, sagt die erfahrene Medizinerin, die schon in etlichen Kliniken gearbeitet hat.

Doch ob das so bleibt, das steht angesichts der geplanten Reform aus dem Bundesgesundheitsministerium in den Sternen. Minister Karl Lauterbach schwebt ein Modell vor, das Kliniken in unterschiedliche Stufen einordnet. Ganz unten steht ambulante Betreuung, die eher einem Pflegeheim gleichkommt. Ein Rund-um-die-Uhr-Betrieb ist nicht vorgesehen, medizinisches Personal ist nur bedingt vorhanden. Ganz oben stehen die Unikliniken, in denen die komplette medizinische Bandbreite angeboten wird.

Dazwischen liegen Krankenhäuser, die Spezialabteilungen haben und jene, die eine Notfall-und Basisversorgung haben und Tag und Nacht geöffnet sind. Letzteres Modell wäre am ehesten mit Häusern von der Größenordnung Leonbergs kompatibel. Wobei die Medizinerin keinen Zweifel daran lässt, dass auch die kleineren Krankenhäuser mindestens eine Spezialabteilung brauchen, um zukunftsfest zu sein. Barbara John unterstreicht diese These mit der eigenen Praxis: Gemeinsam mit dem Chefarzt der Bauchchirurgie, Wolfgang Steurer, behandelt sie komplexe Darmerkrankungen. Beide gehören einem bundesweiten Kompetenznetzwerk für das Kurzdarmsyndrom an. „Es gibt nur rund 20 Ärzte in ganz Deutschland, die in dieser Disziplin richtig gut sind“, sagt die Chefärztin. Deshalb kämen sehr viele Patienten von weit her, um in Leonberg behandelt zu werden.

John betont, dass die aktuelle Diskussion kein singuläres Problem des Klinikverbundes Südwest wäre, dem neben Leonberg die Krankenhäuser in Sindelfingen, Böblingen, Herrenberg, Calw und Nagold angehören. Es gehe viel mehr um Lauterbachs Reform, die sich vor allem auf Großkliniken fokussiere. Würden die Vorschläge aus Berlin eins zu eins umgesetzt, verlören die meisten Kliniken sogar ihre Geburtsabteilungen. Denn dann würde nur noch in Kinderkliniken Geburtshilfe angeboten. Die Folge: lange Weg zur nächsten Geburtenstation. „Die meisten Kinder werden dann im Auto geboren“, bringt es die Ärztin auf den Punkt. Und die kleineren und mittleren Häuser würden weiter an Attraktivität verlieren. Gerade die Geburtshilfen in Herrenberg und Leonberg aber erfreuen sich einer großen Beliebtheit.

Am Engelberg kommen jährlich mehr als 700 Kinder auf die Welt, der neu eingerichtete hebammengeführte Kreißsaal wird sehr gut angenommen. Das Problem der weiten Wege betreffe indes längst nicht nur werdende Mütter. „Gerade ältere Patienten und chronisch Kranke sind auf eine wohnortnahe Betreuung angewiesen“, sagt Barbara John. Krebspatienten etwa könnte nicht zugemutet werden, ein- bis zweimal wöchentlich eine längere Anfahrt, womöglich bei unzureichenden Verkehrsangeboten, auf sich zu nehmen.

Dass es im Gesundheitswesen nicht so weitergehen kann, streitet Barbara John nicht ab. „Ich bin für Wirtschaftlichkeit“, sagt die erfahrene Medizinerin. „Doch es müssen Reformen sein, die den kranken Menschen nützen, nicht umgekehrt.“